Dresdens Vorgehen gegen Lebensmittelverschwendung „nur heiße Bioluft“

DISSIDENTEN-Stadtrat Dr. Martin Schulte-Wisserrmann vermisst konkreten Plan der Landeshauptstadt

Seit Februar ist Dresden Teil der Initiative „Städte gegen Foodwaste“, zu der insgesamt zehn deutsche Kommunen gehören. Ziel der Initiative ist es, neben der Vernetzung der Beteiligten konkrete Projekte gegen Lebensmittelverschwendung auf den Weg zu bringen.

Nach Bekanntmachung der Teilnahme Dresdens als erste Stadt Ostdeutschlands an dieser Initiative erkundigte sich Piraten-Stadtrat Dr. Martin Schulte-Wissermann beim Oberbürgermeister nach dem Ausmaß des Problems und den geplanten Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung. „Die Antworten sind leider nur wenig konkret um nicht zu sagen `heiße Bioluft`“, so Schulte-Wissermann.

Bei den Angaben über das Ausmaß der Verschwendung beruft sich die Stadt auf eine fast fünf Jahre alte Sortieranalyse des Restmülls privater Haushalte, aus der sich ein vermeidbarer Abfallanteil von Lebensmitteln in Höhe von 15% ableiten ließe. Weder liegen Daten zu der Verschwendung von Lebensmitteln in den privaten Biotonnen vor noch Auswertungen im gewerblichen Bereich, z.B. der Gastronomie. „‚Nichts Genaues weiß man nicht‘ ist keine gute Voraussetzung, um sich dieses wichtigen Themas zu widmen,“ so das Mitglied der DISSIDENTEN-Fraktion.

Wenig überzeugend seien auch die Antworten der zuständigen Umweltbürgermeisterin auf die Frage nach den ergriffenen Maßnahmen. „Nachhaltigkeitspädagogik und ein paar Arbeitskreise reichen einfach nicht aus.“ Keine konkreten Handlungsmaßnahmen finden sich in der Antwort z.B. zur Lösung der Lebensmittelverschwendung des Handels, sieht man von der lobenden Erwähnung der Tafeln ab. „In der Pressemeldung der Landeshauptstadt war von ‚verschiedenen Akteuren‘ und ‚konkreten Maßnahmen‘ die Rede. Der Antwort auf meine Anfrage entnehme ich jedoch, dass Dresden diesem Städtebündnis ohne einen ansatzweise konkreten Plan, geschweige denn ein konkretes Ziel, beigetreten ist. Es entsteht der Eindruck, dass sich die Landeshauptstadt eine Nachhaltigkeitsplakette anstecken möchte, sich der eigentlichen Sache aber nur halbherzig widmet.“

Die DISSIDENTEN werden in den kommenden Monaten beobachten, ob und wie der Geschäftsbereich für Umwelt und Kommunalwirtschaft eine Strategie zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entwickelt und verfolgt.

Weitere Hintergründe:

[1] https://toogoodtogo.de/de/c/staedte-gegen-food-waste/die-initiative

[2] https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2022/02/pm_039.php

Zur Anfrage und der Antwort des Oberbürgermeisters:

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